Netzwerksicherheit für Anfänger
Keywords: Viren, Trojaner, Sicherheit, FTP, FTPS, SFTP, verschlüsselt, Firewall, Passwörter, Datentransfer, Dateirechte, Verzeichnisrechte, htaccess
Dieser Beitrag soll Anfängern, die sich nunmehr zu Webmastern ernannt sehen, helfen sich mit den Gedanken der Netzwerksicherheit vertraut zu machen und einen Einstieg zu finden. Gemäss dem Motto des Forums "Hilfe zur Selbsthilfe" sollen Begriffe und Überlegungen angesprochen werden die im Selbststudium zu vertiefen sind.
Dieser Beitrag ersetzt nicht fundierte Kenntnisse und ist auch nicht als die ultimative 0815-Lösung gedacht.
Gerade Anfängern fällt es oftmals schwer mögliche Wege der Einschleusung von Schadcode zu überblicken. Hier im Forum gibt es unzählige Threads zu dem Thema "gehackt". Doch handelt es sich wirklich jedesmal um ein "Hacken" der Website oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle?
Es war einmal vor langer Zeit, da wurde auch ein mir unterstellter Server (486er, 8MB Ram, 500 MB HD - Linux - Apache , FTP, Telnet, ...) geknackt und ein Rootkit, das die Fernsteuerung des Rechners ermöglichte, installiert. Es ist nunmal suboptimal, wenn man die Eierlegende Wollmilchsau als Serverkonfiguration hat und verursacht Kopfschmerzen und jede Menge Arbeit die Absicherung fehlerhaft zu konfigurieren. Und Nein, wir wollen jetzt nicht darüber diskutieren ob ich zu doof bin einen Server zu konfigurieren. Es geht darum welche Konsequenzen wir in der IT daraus gezogen haben, als wir den Server in isolierter Testumgebung unter die Lupe genommen haben.
Zunächst einmal starteten wir das System als solches. Auf den ersten Blick erschien alles normal, abgesehen davon, dass die Harddisk in einer Tour am rödeln war. Ein Blick in die Logfiles förderte auch keine nennenswerten Erkenntnisse zutage. Also wurde die Festplatte ausgebaut und in ein anderes isoliertes Testsystem eingebaut und zugemountet. Da sah die Sache schon anders aus. Die zuvor scheinbar freien 300MB der Festplatte waren schon mal nicht vorhanden. Die Kapazität war zu 98% ausgereizt. Wir fanden in vielen versteckten und vom infizierten Betriebssystem ausgeblendeten Verzeichnissen jede Menge Dateien die dort nicht hingehörten.
Unverschlüsselter Datenverkehr war mitprotokolliert worden und förderte die Accountdaten von POP3 (E-Mail), FTP, Telnet-Verbindungen zutage. Die Systemprotokollierung war ausser Kraft gesetzt worden. Nur um in groben Zügen den "Ist-Zustand" zu beschreiben. Als Einfallstor wurde ein Account lokalisiert der eines der TOP 10 Passwörter enthielt und so wie es sich gehört mit Admin-Rechten ausgestattet war. In der Diskussionsrunde "ob denn da einfach einer so was mit dem Server machen darf" kam ganz klar die Antwort zustande: Ja wenn diese Dienste von uns for free angeboten werden müssen wir uns ja nicht wundern, wenn dann ein Aussenstehender auf die Idee kommt diese zu nutzen.
Welche Ansatzpunkte gibt es nun auf die man achten sollte
1) Internetzugang
Auch heute gibt es noch Personen deren Internetzugang über Modem und Zugangssoftware realisiert wird.
Dass der Rechner dabei direkt mit dem Internet verbunden ist scheinen die wenigsten mitzubekommen. Entsprechend kurzlebig ist demzufolge auch die Stabilität des Systems.
Wenn man nun eine einfache Kosten Nutzen Rechnung für einen einfachen NAT-Router, der dann als erste Komponente mit dem Internet verbunden ist, aufstellt, ist durchaus ersichtlich warum 100 Euro als Geldverschwendung angesehen werden.
Man geht doch viel lieber zum PC-Service, zahlt dort jedesmal 25 Euro und installiert sein Betriebssystem alle paar Wochen neu.
http://www.elektronik-kompendium.de/...et/0812111.htm
http://www.elektronik-kompendium.de/...om/1206041.htm
http://www.elektronik-kompendium.de/...et/0811021.htm
http://www.zdnet.de/sicherheit_in_de...39191150-1.htm
2) Firewall & Paketfilter
Eine Firewall, bzw. ein Paketfilter ist nur so brauchbar wie das Betriebssystem auf dem sie läuft. Ist das System erstmal korumpiert / infiziert ist der Nutzen wohl eher zweifelhaft. Die ach so beliebten Personal-Firewalls zählen daher bei genauer Betrachtung doch eher zu den Placebo-Firewalls und vermitteln eher das zweifelhafte Gefühl etwas für die Sicherheit getan zu haben. Sinnvoller ist da eher ein Router mit integrierter Firewall / Paketfilterfunktion.
http://betrieblicher-datenschutz-ext...ter-sicherheit
http://de.wikipedia.org/wiki/Firewall
http://wiki.ubuntuusers.de/personal_firewalls
http://www.ulm.ccc.de/PersonalFirewalls
3) Virenscanner
Das Abblocken von Malware wie Viren und Trojaner geht allerdings über die Fähigkeit der Router im SOHO-Bereich hinaus. Unabdingbar ist dafür ein Virenscanner der sich auf aktuellem Status der Virensignaturen befinden sollte.
Doch welcher ist nun der Beste aus der grossen Anzahl von Möglichkeiten.
Zunächst einmal, der beste Scanner nützt nichts wenn diese nervenden Popupmeldungen "Datei xyz kann wegen Schadcode nicht geöffnet werden" weggeklickt werden und die Datei dann, weil man sie ja unbedingt anschauen muss, die ist ja wichtig, nach Deaktivierung des Scanners geöffnet wird.
Die IT hier im Forum wird mir zustimmen, dass es tatsächlich User gibt, denen man auch eine Datei mit der Bezeichnung "klick_mich_ich_bin_ein_Virus.exe" zukommen lassen kann und die diese Datei öffnen werden!
Also denkt daran, den besten Schutz bietet dieses Ding zwischen euren Ohren.
http://www.heise.de/software/download/o0g0s3l11k183
http://www.chip.de/artikel/Virenschu..._43376747.html
http://www.pcwelt.de/ratgeber/Gratis...er-295920.html
http://www.testberichte.de/t/4/2728/0/1.html
Idealerweise verfügt der Virenscanner über eine eingeschaltete "On Access" Überprüfung. Das ist so wie mit der heissen Herdplatte von der man dann die Finger lässt sowie man den Temperaturzustand empirisch ermittelt hat.
Weiterhin ist es ratsam einen Virenscan regelmässig von einer Live CD durchzuführen, da nur so gewährleistet wird, dass die Integrität des Scan-Systems vorhanden ist. Desinfec't (vormals Knoppicilin) von der c't-Redaktion herausgegeben bietet eine derartige Möglichkeit.
http://de.wikipedia.org/wiki/Knoppicillin
http://www.heise.de/software/downloa..._edition/37894
http://www.heise.de/software/download/desinfect/71642


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